Hochzeit, Family, Home sweet Home ❤️

24Jan2020

Ghana! Du wunderschönes, sonniges, fröhliches, buntes Land. Wie sehr wir dich vermisst haben...... Ganze 3 Jahre ist es her, seitdem wir deine rote, heiße Erde betreten haben.

Doch jetzt sind wir hier und wollen jeden einzelnen Tag unseres 4 Wochen Aufenthaltes leben, lieben und genießen!

Die ersten Tage feiern wir die Wiedersehensfreude mit der Familie und den Freunden. Ein rauschendes Fest mit gegrillter Ziege und viel Tanz und lauter Musik wird gefeiert. Unsere Kinder machen erste Bekanntschaften mit den Nachbarskindern und spielen von nun an täglich mit den drei netten Jungen, die ein paar Häuser weiter in einer Ruine leben.

Es ist eine sehr arme Familie, die neben den drei Jungen (3,9 und 12 Jahren) noch eine ältere Schwester mit Baby und eine kleine einjährige Schwester haben. Der Vater hilft bei kleinen Häuserbauten und verdient damit das Geld für seine Familie. Es ist so wenig, dass die Familie nur den ältesten Sohn zur Schule schicken kann. Es gibt keine Matratzen, nur ein Wellblechdach und einen dünnen Stoff auf dem sie schlafen. Eine Feuerstelle dient als Herd und das Wasser wird auf einem langen Fußmarsch vom Brunnen geholt. Die Kinder tragen ausgelatschte Gummi Flip Flops. Spielsachen gibt es keine. Da wir durch meine Spendenaktion 7 große Kartons voll mit Schuhen, Kleidung und Spielzeug geschenkt bekommen haben und wir sie per Containerschiff und Trotro nach Ghana transportiert haben, möchten wir dieser Familie etwas schenken. Es ist soviel zusammen gekommen, dass genug für meine lieben Kinder im Waisenhaus über bleibt. Die Familie freut sich riesig, ganz besonders über die Sandalen für die Jungen. In den nächsten Wochen verbringen die Jungs immer die Tage mit unseren Kindern, wir gehen zusammen schwimmen und laden sie zum Essen ein. Meine Kinder genießen die Freundschaft und Romeo fängt nach 2 Wochen an Englisch und Twi  zu reden. Das freut uns riesig 😊

 

Nach der ersten Woche landet meine Familie in Ghana. Meine Mutter, meine Schwestern, Brüder Cousinen, Tante und Onkel, alle sind gekommen um ein Teil unserer anstehenden Hochzeit zu sein. Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass ihr euch den weiten Weg in das unbekannte Land uns zuliebe gemacht habt😘

Mit meiner Mutter, meinen Schwestern und meiner süßen Nichte aus Ghana fahren wir einen Tag später schwer bepackt mit den Spenden aus Deutschland in das Waisenhaus in Begoro. Ein Gefühl des Vertrauten und eine Welle des Glücks überkommt mich als wir dort ankommen und von den Kindern überschwänglich begrüßt werden. Ich übergebe dem Direktor die Spenden und berichte ihm, wie diese zusammen gekommen sind. Er bittet mich allen netten Menschen, die so mühevoll zu der Spendenaktion beigetragen haben, ein riesengroßes Dankeschön zu überbringen. Die Kinder dürfen sich schonmal an den Spielzeugen bedienen und sind ganz aufgeregt und happy. Um den Kindern einen schönen Ausflug zu bescheren, laden wir 19 Kinder in unseren Bus ein und fahren zusammen ein Stück bis zu dem "Dschungeleingang". Der Weg durch das hohe Gras und die steilen Abhänge führt uns in einer Stunde Fußmarsch zu dem Wasserfall in Begoro. Die Kinder sind unheimlich gute Kletterer. Wie selbstverständlich helfen die älteren den jüngeren und tragen die kleinsten auf dem Rücken den steilen Abhang hinunter. Ein gefährlicher und aufregender Weg. Der sich aber sichtlich gelohnt hat! Endlich am Wasserfall angekommen springen die Kinder in das kühle Nass, toben und spielen herum und vergessen den harten Alltag für eine Weile. Auf dem Rückweg halten wir an einem Streetfoodshop und kaufen jedem Rice and Stew, denn alle haben Hunger. Als wir zurück kommen ist es schon Abend geworden. Die Kinder bekommen jetzt noch ihre mitgebrachten Luftballons und spielen damit. Ich verabschiede mich mit dem Versprechen in 10 Tagen wieder zu kommen mit einer tollen Überraschung 😁

 

Zurück in Koforidua laufen die letzten Vorbereitungen für die traditionelle Hochzeit, unsere Verlobungsfeier. 

Im großen Wohnzimmer der Tante sitzen auf der einen Seite meine Verwandtschaft und Freunde aus Deutschland. Auf der gegenüberliegenden Seite findet die ghanaische Verwandtschaft Platz. In der Mitte steht ein Tisch auf dem nach und nach die Geschenke von meinem Bräutigam für mich auf dem Kopf tragend, tanzend von ghanaischen Frauen mit dem gleichen ghanaisch bunten Röcken mit den Rhythmen der traditionellen Trommlern gebracht werden. Als mein Bräutigam sitzt und die Geschenke alle platziert sind, kommt mein Auftritt. Eine traditionelle ghanaische Tänzerin tanzt vor uns auf den Klängen der Trommler in den Raum. Meine Brautjungfern in ghanaischen Kleidern folgen ihr hintereinander tanzend in einer Reihe. Ich bilde den goldenen Schluss und Tanze mit meine Kente Dress ( ein Kleid geschneidert aus sehr teurem Ghanaischem Stoff) zu meinem Bräutigam. Nun werden mir die Geschenke präsentiert, darunter ghanaische Stoffe, eine Bibel und Getränke für die Feier. Ich werde gefragt ob ich die Geschenke annehme. Ich bejahe und alle jubeln. Nun steckt mein Bräutigam mir den Verlobungsring and und wir geben uns ein Eheversprechen. Zwei länger verheiratete Personen aus dem jeweiligen Familien werden nun gebeten uns Ratschläge für unsere Ehe zu geben. Es ist so emotional, dass wir alle vor Rührung weinen. Danach gibt es Essen, Getränke und viel Tanz bis in den späten Nachmittag. Ein unvergesslicher Tag ❤️

 

Den Tag darauf feiern wir die kirchliche Hochzeit und das Fest danach in einem wunderschönen Saal. Die kirchliche Trauung ist der deutschen sehr ähnlich. Mein großer Bruder führt mich zu meinem Mann, es werden Bibelverse vorgelesen, welche wir uns vorher ausgesucht haben, wir geben uns unser Eheversprechen und tauschen die Ringe. Immer wieder wird die Trauung durch den tollen Gospelchor mit lauten schönen Liedern begleitet. Ich trage mein Traumkleid und fühle mich wie eine Prinzessin 😍( mein Traum seitdem ich denken kann.) Wir feiern und tanzen bis in die Nacht hinein und sind nun feierlich Mr & Mrs Osei. 

 

Nach den Festen, einer Reise ans Meer und der Verabschiedung meiner Familie fahren mein Mann, ein guter Freund, die Kinder und ich nochmal in das Waisenhaus. Mit im Gepäck 50 Boxen mit je Fried Rice und Chicken inside. Dazu gibt es für jedes Kind eine Fanta, Cola oder Malt ( Malzbier). Die Kinder sagen mir eine bessere Überraschung hätten sie sich nicht denken können 😁😁 Es ist ein toller, fröhlicher Tag mit vollen Bäuchen 😊

 

Danke ihr Lieben Leute, die ihren Teil für die glücklichen Kindergesichter dazu beigetragen haben!!! 

 

Wiedersehensfreude in Ghana!

04Jan2017

21.00 Uhr . Endlich landet das Flugzeug in Ghana. Aus dem Fenster kann ich das Lichtermeer von Accra (Hauptstadt Ghanas) bestaunen. Es ist ein aufregendes und kribbelndes Gefühl endlich wieder in das schöne Ghana zurück zu kehren. Als ich aus dem Flugzeug steige nehme ich einen tiefen Atemzug der schwülwarmen feuchten Luft. Es tut soooo gut! Die Wärme legt sich wohltuend um uns und ich nehme die mir bereits vertrauten Gerüche wahr. Es riecht nach gebratenem Fisch, Meeresluft, Feuchtigkeit und Erde. Ich liebe es! Ghana hat einen eigenen Geruch, einen starken schönen Geruch, dies konnte ich in Deutschland noch nie feststellen.

Mein Sohn möchte nicht von meinem Arm, er bestaunt alles mit Vorsicht und ist etwas verunsichert. Eine neue Welt für Ihn und zugleich auch Heimat. Endlich habe ich die Gepäckstücke zusammen und wir werden überschwänglich von meinem Mann, seinem Bruder und einem guten Freund begrüßt.

Die erste Nacht bleiben wir in Accra im Hotel unseres Freundes, da wir geschafft von der Reise sind und erstmal schlafen müssen.

Am nächsten Tag wache Ich pünktlich um 6 zum Sonnenaufgang und Hahngekrähe auf. Dieses Gefühl wieder in dem Land zu sein, indem ich soviele bunte Abenteuer erlebt habe und mein Kind nun mit seinem Land vertraut zu machen ist unbeschreiblich schön. Es ist heiß hier und ich genieße es :)

In Koforidua angekommen, bei der Tante meines Mannes im Haus werden wir sehr überrascht (wenn nicht geschockt haha), herzlichst und mit dem sofortigen Beginn des kochens für ein großes Festmahl für uns begrüßt :)

Die Tage und Wochen füllen sich mit dem Wiedersehen unserer Freunde, Festen mit Tanz und Musik, dem Genuss der ghanaischen Küche, Besuchen der Märkte und Pools. Die Umstellung für Romeo in einer anderen Welt gelandet zu sein macht sich die ersten drei Tage sehr bemerkbar. Er möchte nicht essen, kann nicht schlafen und möchte nur auf meinem Arm sein. Doch nach den drei Tagen ist das Eis gebrochen und er fängt an sich wohlzufühlen, sich an den fröhlichen Leuten und der lauten Musik zu erfreuen. Und nach zwei Wochen lernt er zu laufen ! Wir sind so stolz auf ihn.

Nach der ersten Woche in Ghana steht endlich der erste Besuch im Waisenheim an. Ich bin ja so freudig und aufgeregt. Wie die Kinder wohl auf mich reagieren?

Quame und Ich gehen einen Tag vorher auf dem Markt um von den Spendengeldern Essensvorräte für das Waisenheim zu kaufen ( vorab habe ich mit dem Direktor des Waisenheimes telefóniert um zu fragen was momentan dringend benötigt wird, da das deutsche Ehepaar, welches das Waisenheim monatlich unterstützt gerade erst zu Besuch da war und viel Kleidung, Schuhe und Hygieneartikel mitgebracht hat, entscheide Ich mich dafür nur Essensvorräte zu kaufen, da dies immer Mangelware im Waisenheim ist.)

Wir kaufen Reissäcke, Öl, Fisch, Indomie (Nudeln), Tomaten, Gewürze, Garri ( dies íst sehr sättigend und kann mit Wasser vermischt werden und so gegessen werden oder aber auch mit Beans ), Zucker, Eier und Schüsseln zum Essen für jedes Kind, Spülschüsseln für den Abwasch und Toilettenpapier. Als Überraschung kaufe Ich noch Würstchen, damit die Kinder an dem Tag ein leckeres Abendessen zubereitet bekommen. Ich bin so dankbar für eure Spenden! Wir konnten viele wichtige Lebensmittel für das Waisenheim einkaufen. Vielen vielen Dank!!!

Wir verstauen alles in einem Auto und machen uns auf den staubigen Weg nach Begoro. Als wir nach zwei Stunden das Waisenheim erreichen halte ich das Warten nicht mehr aus. Als ich die Tore des Heimes sehe steige Ich mit Romeo aus dem Auto aus und laufe das letzte Stück in mein altes Zuhause. Sobald die Kinder mich sehen fangen sie an´zu rufen : Madame Lotta is back, Madame Lotta is back ! und kommen auf uns zugerannt. Wir umarmen uns und die Kinder umringen Romeo und wollen ihn tragen und mit ihm spielen. Er fühlt sich wohl zwischen all den Kindern. Als ich Mary und Marilyn sehe bin ich so gerührt, sie waren meine engsten Vertrauten im Waisenheim und sie sagen, dass sie wussten Ich würd wiederkommen und sie nicht vergessen. In dem ganzen Tumult kommt plötzlich meine kleine Ama daher gelaufen, direkt in meine Arme. Nun kann ich ein paar Tränchen nicht mehr zurück halten. Mein kleines Baby, dass ich mit vier Monaten kennengelernt habe ist jetzt so groß geworden! Sie erkennt mich tatsächlich wieder und weicht den ganzen Tag nicht mehr von meiner Seite :)

Nach unserer langen emotionalen Begrüßung erzähle Ich Ihnen, dass Ich in Deutschland Spenden gesammelt habe um Ihnen hier etwas kaufen zu können. Die Kinder fangen an zu klatschen und fangen neugierig an das ganze Auto auszupacken. Die Mitarbeiter und Kindersind sehr dankbar über die vielen Lebensmittel und neuen Schüsseln. Eine der derzeitigen Freiwilligen dort erzählt mir, dass es die letzten drei Tage nur trockenen Reis gab und sie sich sehr freuen, dass die Kinder durch die Spende die nächsten Wochen ein vernünftiges Essen bekommen werden.

Als die Kinder mich zur Küche führen bin ich sprachlos. Die Feuerstellen sind weg, kein sandiger Boden und keine Hühner auf den Bänken, stattdessen ein richtiger großer Raum und ein gewaltiger Gasherd ( kein Feuerholz besorgen und hacken mehr , kein noch früheres aufstehen um die Feuerstelle zu entflammen) neue und genügend Tische und Bänke. Das Ergebnis von  Spenden! Eine große Hilfe und Erleichterung für die Arbeit der Zwillinge. Es ist wunderbar.

Wir verbringen eine wunderschöne Zeit zusammen, lassen Erinnerungen aufleben und genießen den Moment des Wiedersehens.

Liebe Blogleser! Nun habt ihr genug gelesen. Hier kommen die Fotos :) Viel Spaß! Bis zur nächsten Ghanareise ;)

 

 

Wir sind wieder da :)

18Dez2016

Hallo ihr Lieben!

Dies ist nur ein kurzer Überbrückungsbeitrag bis der "richtige" Blogeintrag mit tollen Fotos folgt.

Es war eine wunderschöne Reise voll mit Liebe, Freude, Spaß und Emotionen, sowohl im Waisenheim als auch mit der Familie und Freunden.

Die Malariamücken haben uns Gott sei Dank verschont und außer eines laaangen Besuches beim ghanaischen Zahnarzt gab es keine gesundheitlichen Zwischenfälle. Zu dem Zahnarztbesuch berichte ich im folgenden Beitrag mehr haha.

Zurück in Deutschland hat der Magen-Darm-Virus leider unseren kleinen Romeo erwischt und deshalb werde ich mich jetzt erstmal um ihn kümmern und mir in den nächsten Tagen dann Zeit nehmen um einen schönen und erlebnisreichen Eintrag zu verfassen.

Ihr könnt euch schonmal auf schöne Fotos freuen!

Alles Liebe bis dahin,

Lotta und Family

 

 

Ghana here we come !

18Aug2016

Nach einem Jahr melde Ich mich hier im Ghana Blog zurück :)

Diesmal gibt es keine Beschreibung über Mich sondern über Uns ! Denn ich habe letztes Jahr nicht nur ein Gepäck voller Abenteuer, Erfahrungen und Erlebnisse mitgebracht sondern auch meine Familie . Meinen Partner Quame und unseren Sohn Romeo Kwabena.

Das Jahr back in Germany war eine wahrliche Achterbahnfahrt mit vielen Höhen aber auch Tiefen. Letztendlich haben wir es geschafft, dass Quame, Romeo und Ich glücklich und gemeinsam in Deutschland leben und arbeiten dürfen.

Auch wenn wir uns entschieden haben erstmal in Deutschland Fuß zu fassen, aufgrund der medizinischen Versorgung und Bildungsmöglichkeiten für unseren Sohn gibt es keinen Tag an den wir nicht an unser geliebtes Ghana zurück denken.

Nicht nur mit unserer ghanaischen Familie, Nein auch mit dem Waisenheim in Begoro sind wir stets in Kontakt. Über WhatsApp berichten mir die Zwillinge Mary und Marilyn (ihr erinnert euch sicherlich noch an die beiden Herzdamen, die tagtäglich die Kinder im Waisenheim rund um die Uhr versorgen) mindestens einmal im Monat wie es den Kindern geht und wie sich alles im Waisenheim entwickelt.

Die Küche für die Ich damals Spenden gesammelt habe ist nun fertig gebaut und Ich kann es kaum erwarten, es mit eigenen Augen zu sehen.........

Am 4.November fliegt Quame nach Ghana und 5 Tage später am 9.November kommen Romeo und Ich als Überraschung für Familie und Freunde hinterher geflogen. Wir werden knapp sechs Wochen in Ghana verbringen und wir können es kaum abwarten :) :) :)

Einer der ersten Ziele unserer Reise wird definitiv das Waisenheim. Ich male mir schon jetzt in Gedanken aus wie überrascht die Kinder schauen werden, wenn Ich plötzlich wieder auftauche und dann noch mit Familie im Anhang :D

Da ich wieder persönlich vor Ort bin liegt es mir am Herzen den Kindern im Waisenheim etwas Gutes zu tun. Da es immer noch nicht einfach ist jeden Monat ausreichend Lebensmittel, Hygieneartikel, Strom, Wasser und Kleidung für die Kinder zu organisieren möchte Ich eine Spendenaktion aufrufen.

Ich sammel Geldspenden um vor Ort Lebensmittel wie Reissäcke und Yam, Zahnbürsten und Flip-Flops und was noch gerade dringend benötigt wird einzukaufen und zum Waisenheim zu bringen. Ich habe nicht vergessen wie schwierig es manchmal war zum Ende des Monats mit einem halben Sack Reis für alle Kinder auszukommen. Somit möchte Ich ihnen helfen so gut es nur geht.

Wir werden von nun an jedes Jahr nach Ghana reisen und Ich möchte immer wieder zum Waisenheim zurück kehren .

Schreibt mich einfach an bei allen Fragen die ihr habt :)

E-Mail : lottaleopard@web.de

Ich werde unsere Ghanareise selbstverständlich im Blog mit Dokumentationen in Schrift und Bildern festhalten.

Ich freue mich euch mit auf die Reise zu nehmen!

 

 

 

Ich werde dich vermissen Ghana!

19Juli2015

 

Jetzt ist es tatsächlich schon so weit! Mein letzter Blogeintrag aus meinem neuen zweiten Heimatland Ghana. 11 Monate sind vergangen und jeder Monat brachte mir etwas Neues. Neue Erfahrungen, schöne und traurige Momente auf der Arbeit mit den Waisenkindern, neue tolle Freunde, einen Sonnenteint ;), einige Sprachkentnisse in Twi (besonders das verstehen fällt mir immer leichter und die Waisenkinder lieben es wenn ich Twi mit ihnen spreche), Essgewohnheiten: mit den Fingern essen oder Reis und Fisch zum Frühstück, überwinden von Ängsten (große Spinnen auch mal selber aus dem Zimmer schaffen ohne die Hilfe eines der Waisenkinder haha), Orientierung in Begoro und Umgebung, das Verkehrsnetz mit den Trotros verstehen und alleine nutzen können, Geduld : ob ich im Trotro sitze und manchmal zwei Stunden warten muss bis es voll wird damit wir losfahren können, Verabredungen die auch mal fünf Stunden später stattfinden können ohne das dies ein Problem oder gar einen Streit entfachen könnte, das Hygienebewusstsein im Waisenheim jeden Tag aufs neue mit den Kindern erlernen und umsetzen usw..... Der wohl schönste Punkt meiner neuen Erkentnisse aus Ghana ist die totale Offenheit, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Menschen, die mir jeden Tag begegnet ist. Man lebt hier nicht als Einzelner sondern als Teil eines Ganzen, alle bezeichnen sich als Brüder und Schwestern und ältere Damen werden mit Mama angesprochen. Man achtet auf seine Mitmenschen und sorgt sich umeinander, ob man sich nun schon ein ganzes Leben lang kennt oder gerade im Trotro das erste Mal nebeneinander sitzt. Ich denke das auch der starke Glauben an Gott, den die meisten Menschen hier sehr umfassend praktizieren einen großen Teil des Miteinanders ausmacht. Die Menschen leben mit Gott an ihrer Seite und danken ihm täglich für jede Kleinigkeit, die das Leben ihnen bringt. Die Menschen sind dankbar für kleine Dinge im Leben und wissen es anzuerkennen und zu schätzen. Ich hoffe dass ich diese Eigenschaft, die auch ich hier gelernt habe, Ich mit nach Deutschland nehmen werde und auch beibehalte. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf eine warme Dusche freue! Einfach den Wasserhahn aufdrehen zu können und dann auch noch warmes Wasser zu bekommen, wir können so glücklich sein diesen Luxus genießen zu dürfen. Strom! Wir haben 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr Strom. Das ist doch einfach nur toll, würde die Regierung einfach jeden Tag für 12 Stunden den Strom im ganzen Land abstellen so wie sie es hier machen würden unzählige Unternehmen den Bach runtergehen, was durch das ewige „Light Off“ leider auch hier der Fall ist.

Okay kommen wir zu einem anderen sehr erfreulichen Thema :)

Mein kleiner Bruder Merlin besucht die Montessori Grundschule in Kevelar. Dort hatten die Kinder vor einigen Wochen eine Projektwoche über den Kontinent Afrika. Merlin hat seiner Lehrerin dann von meinem Freiwilligendienst im Waisenheim in Ghana berichtet. Die engagierte Lehrerin setzte sich dann sogleich mit meiner Mutter in Verbindung um genaueres über meinen Freiwilligendienst in Erfahrung zu bringen. Meine Mutter wurde eingeladen am Ende der Projektwoche, wenn die Kinder ihr neu angeeignetes Wissen über Afrika präsentieren, mit einem Stand über das Waisenheim in Begoro zu berichten. Mit einem tollen Stand mit schönen Fotos und kleinen Videoclips aus dem Waisenheim, sowie typisch ghanaischen Mitbringseln, wie den schönen bunten Stoffen oder Holzfiguren aus Ebenholz präsentierte meine Mutter das Waisenheim und berichtete über meinen Freiwilligendienst dort. Meine Mutter ist immer sehr gewissenhaft und kreativ in solchen Dingen und da sie auch selber im Waisenheim bei mir zu Besuch war und die Kinder in ihr Herz geschlossen hat war sie wohl die beste Ansprechpartnerin für den perfekten Bericht. Danke Mama :-*! Auch das Interesse des Lehrerkollegiums wurde immer größer und am Ende entschieden sie sich eine sehr großzügige Spende, die durch die Einnahmen an dem Präsentationstag der Schule über die Projektwoche Afrika zustande kamen, das Waisenheim zu unterstützen. Da besonders die letzten Monate, das ausreichende Essen ein immer größeres Problem im Waisenheim darstellte entschieden wir, die Spende in Nahrung für die nächsten Wochen umzusetzen. Ich fuhr nach Koforidua zum Wochenmarkt um alles zu besorgen. Ich bekam vier große Reissäcke, zwei große Kartons mit Nudeln, eine große Menge „Yam“ (dies ist eine Wurzel, die bei uns mit der Kartoffel zu vergleichen ist, es kann mit verschiedenen Soßen zubereitet werden und ist sehr schmackhaft und vor allem sättigend), einige Liter Öl, verschiedene Dosen mit Fisch, große Dosen mit Tomatenmark für die Zubereitung der Soßen, tief gekühlte Würstchen und für jedes Kind eine neue Schüssel zum Essen. Die alten Schüsseln waren schon sehr abgenutzt und es gab nicht genug, sodass die Kinder sich mit dem Essen abwechseln mussten. Nun bekam jeder seine persönliche Schüssel, die wir mit dem Namen der Kinder beschrifteten. Als ich dann mit dem Essen und den Schüsseln im Waisenheim eintraf waren alle ganz aufgeregt. Ich rief alle Kinder und Mitarbeiter zusammen und berichtete ihnen von der tollen Spende der Montessori Schule. Alle waren sehr glücklich über das Essen und die Schüsseln und bedankten sich mehrmals. Somit möchte ich von den Kindern und Mitarbeitern im Waisenheim ein riesengroßes Dankeschön überbringen und wortgetreu weitergeben: „Thank you very, very much may God bless you“. Die anderen Freiwilligen und Ich wollten dann zum Abschluss eine Goodbye Party für die Kinder geben. Es sollte ein großes Fest werden mit besonderem Essen und viel Musik und Tanz. Wir gingen zu einer Köchin, die wir kennenlernten, da sie ein kleines Restaurant in Begoro führt, indem wir gerne essen gingen und fragten sie ob sie Fried Rice und Chicken für unsere Party kochen und zum Waisenheim liefern könnte. Sie stimmte zu und so bekamen die Kinder schon mal ein tolles Partyessen. Dazu brachten wir Fanta, Sprite und Cola. Außerdem bestellten wir große Musikboxen, die von 13 Uhr Mittags bis zum späten Abend 21 Uhr uns gehörten. Ein DJ sorgte für die entsprechende Tanz und Patymusik. Es war ein tolles Fest und wir tanzten mit den Kindern bis die Musikboxen abgebaut wurden. Danke liebe Anne für deine Unterstützung der Finanzierung dieser Party :) Feierlich bekamen wir Freiwilligen dann unsere Zertifikate über unseren Freiwilligendienst vom Direktor des Waisenheimes überreicht. Es war ein wunderschöner Tag und ein toller Abschluss um den letzten Tag im Waisenheim zu genießen. Ich werde definitiv mit dem Waisenheim eng in Kontakt bleiben und soweit wie möglich, beispielsweise durch Kleiderspenden, die Kinder weiterhin unterstützen. Ich bin sehr dankbar für diese tolle Erfahrung und werde die unfassbar tollen Kinder schmerzlich vermissen. Doch sobald wie möglich werde ich wieder nach Ghana reisen und das Waisenheim besuchen. Liebe Familie, Freunde Bekannte und Unbekannte Blog-Leser. Es war schön euch das Jahr über von meinem Leben in Ghana zu berichten und ich freue mich, dass so viele Menschen Interesse daran gezeigt haben. Vielen Dank auch für immer wieder kleine Spenden, die das Waisenheim zwischendurch erreicht haben. Der größte Dank geht an meinen Förderkreis, all die Lieben, die mir diese Reise und meinen Freiwilligendienst durch ihre Spenden erst ermöglicht haben. Ich bin sehr traurig jetzt gehen zu müssen und Ghana ist nun zu meinem zweiten Zuhause geworden.

Medawose! Vielen Dank!

 

Neues vom Waisenheim

17Mai2015

 

Hallo meine lieben Freunde und Bekannte. Es ist an der Zeit mal wieder von mir hoeren zu lassen. Ich stecke nun in dem letzten Viertel meines Jahresaufenthaltes und geniesse nun die letzten zweieinhalb Monate. Vom Beginn meiner Reise, meines Volunteerdienstes bis zum jetztigen Zeitpunkt ist soviel passiert. Ich habe viele nette und verschiedene Menschen kennengelernt, mich einer ganz anderen Kultur angepasst, manchmal mit einer offenen Leichtigkeit und manchmal auch mit vielen Diskussionen und Unverstaendnis. Ich habe viel gearbeitet und tolle Ecken Ghanas auf Reisen entdecken koennen. Heute moechte ich nochmal ueber meine Einsatzstelle berichten. Dort laeuft es nicht immer so rund und es gibt viel Arbeit zu tun. Mary und Marilyn die beiden Seelen des Waisenhauses muessen nun fuer drei Monate alleine im Waisenhaus arbeiten. Die einzige Hilfe sind wir Volunteers und die Kinder. Unsere Koechin ist momentan sehr krank und braucht daher eine laengere Auszeit und unsere andere Mitarbeiterin muss gerade den Tod ihrer Mutter verarbeiten. In Ghana gibt es viel zu tun, wenn jemand gestorben ist alle Freunde und Bekannte werden besucht, es werden Gelder von Freunden fuer die Beerdigung gesammelt und bis es dann letztendlich zumBegraebnis kommt vergehen oft drei Monate. Mary und Marilyn sind wirklich ein Vorbild fuer alle, ich habe nie zuvor jemanden kennengelernt, der sich so sehr fuer seine Arbeit aufopfert. Die Zwillinge sind erst 25 Jahre alt, doch sie koennen ihre Jugend nicht leben. Sie areiten sieben Tage die Woche, 24 Stunden im Waisenhaus und haben NIE Urlaub oder auch nur einen freien Tag. Sie muessen sich mit den juengsten Kindern des Waisenhauses ein Zimmer teilen und oftmals sogar ihr Bett. Sie sind fuer alles verantwortlich. Die Organisation mit den Schulgeldern, die Verpflegung der Kinder, der Hygiene der Kinder und den alltaeglichen Beduerfnissen der Kindern. Sie kochen, putzen und waschen, Marilyn gibt Schulunterricht in der dritten Klasse und Mary betreibt einen kleinen Shop auf unserem Schulgelaende. Ich finde es ist an der Zeit den beiden etwas zurueck zu geben! Trotz ihrer sensationellen Arbeit verdienen sie pro Person gerade einmal 250 Cedi ca. 62,50 Euro pro Monat. Letzte Woche wusch ich morgens ein paar Kinderklamotten und wunderte mich, dass ich Mary und Marilyn nirgendwo sehen konnte. Nach einer halben Stunde kamen die beiden dann und setzten sich zu mir, damit wir gemeinsam waschen konnten. Sie wirkten sehr still und sahen ziemlich abgespannt aus. Ich fragte sie wo sie waren ob irgendwas passiert sei. Normalerweise gehen die beiden nie weg, so wunderte ich mich und hakte nach. Sie erzaehlten mir dann, dass sie ihren Vater besuchen waren, da er sehr krank ist. Welche Krankheit er hat konnten sie mir nicht genau erklaeren, dies habe ich schon oft erlebet. Sogar Aerzte konnten mir oftmals nicht genau erklaeren, welche Krankheit eines der Kinder oder einer der anderen Mitfreiwilligen nun hat. Doch bisher hat eine medikamentoese Behandlung nach Verordnung des Arztes immer zur Heilung oder Besserung gefuehrt. Jedenfalls sagten die Zwillinge, dass sie einfach nicht mehr weiter wuessten, sie haetten schon soviel Geld fuer die Behandlung ihres Vaters investiert und trotzdem reiche es nicht. Ich fragte sie wieviel sie denn benoetigen und erst wollten sie es mir gar nicht sagen. Irgendwann nannten sie mir dann die Summe, die sie so dringend versuchen fuer die Behandlung ihres Vaters zusammen zu bekommen. 650 Cedi ca. 162,50 Euro. Ich wuerde den beiden das Geld sofort geben, doch ich habe hier jeden Monat nur meine 100 Euro und von meinem Erspartem ist auch nichts mehr uebrig. Ich habe den beiden also nichts versprechen koennen aber gesagt, dass ich versuchen moechte ihnen das Geld fuer die Behandlung ihres Vaters zu beschaffen. 162, 50 Euro sind soviel Geld in Ghana im Vergleich zu Deutschland. Wuerden sich sieben Leute bereit erklaeren 25 Euro zu spenden haetten wir das Geld schon zusammen. Ich kennen wirklich niemanden, der das Geld so sehr verdient hat wie die beiden. Und ich weiss mit dem Geld wuerde wirklich etwas sinnvolles und gutes passieren. Macht euch doch mal Gedanken darueber und schreibt mich einfach an. lottaleopard@web.de. Sooooooo meine Kinder muss ich auch mal haushoch loben! Seit wir mit Mary und Marilyn alleine sind helfen sie noch mehr mit als vorher. Sie waschen und kochen, hacken Holz, tragen schweres Feuerholz durch das Dorf und gucken mit nach den juengeren Kindern wie Weltmeister und trotzdem sehe ich sie jeden Tag lachen. An die nette Frau von der Post in Wachtendonk ein riesiges DANKESCHOEN. Die Kinder haben sich riesig ueber die Puppen gefreut und spielen taeglich damit. Das Playmobil ist jetzt erst angekommen, sodass ich es am Montag mit ins Waisenhaus bringe. Das wird eine tolle Ueberraschung fuer die Kinder. Spielzeuge sind hier wirklich etwas sehr seltenes. Die Kinder spielen hier mit leeren Oelkanistern, die sie sich zur Trommel machen oder klettern auf Baeume. Somit sind Spielzeuge wirklich etwas ganz besonderes und kostbares fuer die Kinder. Im Namen aller Kinder bedanke ich mich herzlich fuer ihre Spende. Ja was gibts sonst noch neues ? Achja unsere neuen Toiletten, haben den letzten Sturm nicht gut ueberstanden ….... Die Lehrertoilettentuer ist gebrochen und kann nun nur noch angelehnt werden, das Geld fuer einen Carpenter fehlt natuerlich. Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten. Der Kuechenbau kann bald starten. Der erste Schwung Sand fuer einen richtigen Kuechenboden aus Zement und Stein ist angekommen. Ansonsten kommen jetzt noch einige schoene Bilder fuer euch. Alles Liebe und bis Bald!

 

Meiner Mama mein Leben in Ghana zeigen!

20April2015

Hallihallo! Jetzt sind es schon fast drei Wochen, seitdem meine Mutter wieder in Deutschland ist. Es war eine super schoene Zeit mit ihr. Sie konnte sich voll und ganz auf die neue Kultur und die Menschen einlassen, sodass wir ein paar tolle Tage mit vielen neuen Eindruecken erleben konnten. Natuerlich waren wir in den ersten Tagen, das Waisenheim besuchen. Die Mitarbeiter und Kinder warteten schon seit Monaten auf die Ankunft meiner Mutter. In Ghana ist die Mutter eine sehr wichtige und besondere Respektperson und somit war es eine Ehre und Freude fuer alle, meine Mama endlich kennenzulernen. Dazu kamen natuerlich die vielen Geschenke aus Deutschland ueber die sich die Kinder und Mitarbeiter riesig freuten. Seht selbst :

Dann waren wir unter anderem in Accra. Dies war wohl erstmal ein kleiner Kulturschock durch die vollen Strassen von wimmelnden Menschen. Alles ist kunterbunt und laut. Der Verkehr ist ein Gesetz fuer sich. Klappernde Autos und Busse, die fast auseinanderfallen und lautes Gehupe von allen Seiten. In all dem Gewusel fanden wir eine wunderschoene kleine Oase direkt am Meer. Ein Hotel namens Cocrobite Garden, gefuehrt von einem italienischen Paerchen. Es waren tolle und erholsame Tage wie im Paradies......

Dann ging es zu den Boti Falls mit meinem Freund, meiner Mama und Shesheshe. Dort war ich in der Trockenzeit schonmal, wodurch die Wasserfaelle wesentlich kleiner ausfielen als diesmal.

Fuer einige Tage verschlug es uns dann nach Cape Coast. Dort uebernachteten wir in einem Hotel, in dessen See Krokodile leben. So konnte man sich beim fruehstuecken die Krokodile ansehen. Unter anderem besuchten wir den Kakum Nationalpark und bestiegen dort meterhohe Haengebruecken. Den Strand besuchten wir bei dem tollen Wetter natuerlich auch!

Ich habe es sehr genossen meine Mama nach so langer Zeit wiederzusehen ! Danke fuer die wunderbare Zeit Mama . Kuesschen

Chickenparty im Waisenheim

28Feb2015

 

Vor drei Wochen bekamen wir Besuch von einem deutschen Ehepaar vom Waisenheim. Die beiden haben vor drei Jahren einen sechs monatigen Volunteerdienst im Waisenheim geleistet. Das Waisenheim wurde ihnen zur Herzensangelegenheit, sodass sie seitdem das Waisenheim monatlich mit Spenden, die sie in Deutschland durch viel Dokumentationsarbeit sammeln unterstuetzen. Ausserdem machen sie auch immer wieder Projekte, so haben sie dafuer gesorgt, dass das Waisenheim mit Strom versorgt wird und ein Polytank errichet wurde. Unter anderem moechte das Ehepaar das Kuechenprojekt, welches ich im letzten Blogeintrag beschrieben habe mit mir umsetzen. Einige Bekannte und Spender des Ehepaares haben Geld gegeben, damit das Ehepaar eine Chickenparty fuer die Kinder organisieren koennen. Die Kinder haben so etwas so gut wie nie und somit ist es etwas ganz besonderes. Es wurde Fried Rice und Chicken gekocht, grosse Musikboxen wurden fuer den Abend geliefert, es gab fuer jeden ein Softgetraenk und Luftballons fuer die Kinder. Es war ein tolles Fest und die Kinder haben bis hakb 10 ausgelassen mit uns getanzt. Ansonsten ist nicht viel Neues passiert. Nach wie vor gibt es sehr viel Arbeit zu tun, die manchmal sehr sehr anstrengend sein kann, jedoch macht es nach wie vor Spass und die lachenden Kindergesichter machen sowieso alles wieder wett. Ansonsten bin ich schon sehr aufgeregt, da ich in zwei Wochen nach sechs Monaten meine Mama wieder in die Arme schliessen darf!!! Sie kommt mich fuer 17 Tage besuchen und ich moechte ihr einige Seiten Ghanas zeigen. Somit werden wir viel reisen und natuerlich auch das Waisenheim besuchen. Und dann steht noch was tollles bevor. Meine kleine Ama wird am 15. Maerz 1 Jahr alt. Vielleicht schaffen wir es sogar in der Zeit bis zu ihrem Geburtstag sie zum laufen zu bringen, sie uebt naemlich schon immer ganz fleissig und brabbelt und brabbelt immer mehr und mehr. Jetzt moechte ich euch gerne ein paar Fotos zeigen. Ich hoffe ihr geniesst das Leben auch so wie ich es gerade tue. Ich muss mal loswerden, dass es die beste Entscheidung war dieses Auslandsjahr zu machen. Also an alle, die so etwas vorhaben und vielleicht noch Bedenken haben. Traut euch Leute, ihr werdet eine lehrreiche und unvergessliche Zeit erleben. Bis bald!

 

2015 startet fuer das Waisenheim mit positiven Veraenderungen!

26Jan2015

Hallo ihr Lieben!

Die Ferien sind vorbei und meine Mitfreiwilligen und ich sind motiviert und mit viel Spass in den Arbeitsalltag gestartet. Endlich geht es voran mit positiven Veraenderungen im Waisenheim, dachte ich mir. Das alte Plumsklo wurde abgerissen und somt Milliarden von Bakterien getoetet und die neuen Toiletten erstrahlen in einem Weiss und gruen. Der erste grosse Fortschritt fuer positive Veraenderungen im Waisenheim.

Mein lieber Mitfreiwilliger Andras, der von den Kindern liebevoll Obruni Carpenter (Weisser Schreiner) genannt wird hat ein neues Handwaschbecken fuer die Kinder konstruiert. Vorher waren es die Handwaschschalen von denen ich in vorherigen Blogeintraegen schonmal berichtet habe. Zwei Schalen, die mit Wasser gefuellt werden und in denen sich die Kinder dann mit 40 anderen Kindern die Haende waschen mussten. Da diese Art sich die Haende zu waschen eher eine Bakterienverteilung ist war es uns wichtig ein hygienisches Handwaschbecken zu entwerfen.Die Kinder im Waisenheim sind sooft krank, sodass unser Direktor mit uns uebereinstimmte die Hygiene dort mit den moeglichen Mitteln, die uns zur Verfuegung stehen zu verbessern. So entwarf und baute unser Obruni Carpenter ein tolles Handwaschbecken, von dem noch weitere folgen sollen.

 Nicht zu vergessen und absolut erwaehnenswert  sind die Hobbyarbeiten von Andras. Erst jetzt stellte er neben der Arbeit zum Spass und relaxen nach der Arbeit eine eigene Bar fuer das Jungen Freiwilligenzimmer dar. Dies muss ich euch auch einmal anhand eines Fotos praesentieren.

Das neue Projekt, welches wir angehen moechten ist die Kueche. Momentan wird draussen auf dem Sandboden unter einem Dach, dass auf Holzstelzen gebaut ist gekocht. Die Holzstelzen sind allerdings an einigen Stellen schon morsch und muessten dringend erneuert werden. Es gibt keinen Raum um die Schalen und Toepfe ordentlich unterzubringen, es gibt keinen Schutz vor Insekten, der ganze Staub und Sand vom Boden weht zwangsweise mit in das Essen und fuer die Kinder reicht der Platz um sich zum Essen gemeinsam zu sammeln und an den Tisch zu setzen nicht aus. Die juengeren Kinder muessen daher in ihren Klassenraeumen essen . Dadurch ist der Klassenraum nach der Mittagspause oft sehr verdreckt und die Schalen in denen das Essen drin war fliegen auch kreuz und quer durch die Gegend. Unser Direktor hat einen tollen Plan entwickelt, wie er die Kueche zu einem hygienischen Ort an dem alle gemeinsam das Essen einnehmen koennen umfunktioniertwerden koennte. Ein Zementboden mit halbhohen Mauern, soll den Staub und Sand des Bodens abwehren, dieser Zementboden soll doppelt so gross wie der jetzige Umfang der Kueche werden. So koennten alle Kinder einen Platz zum Essen in der Kueche einnehmen. Und von den halbhohen Mauern bis zum Dach sollen Moskitosnetze gespant werden um die Insekten fernzuhalten. Regalbretter sollen fuer einen strukturierten und hzgienischen Platz fuer die Schuesseln gebaut werden. Es hoert sich so geschrieben eigentlich sehr simpel an allerdings wird viel Arbeit und Geld dahinter stecken. An hartert Arbeit mangelt es nicht jedoch kann das Projekt nur durch Spenden umgesetzt werden. Ich persoenlich finde diese Idee klasse und halte es fuer sehr wichtig, diese Veraenderung fuer eine bessere hygienische Lage zu unterstuetzen. Ich bitte euch einfach sovielen Freunden und Bekannten wie moeglich von der jetzigen beschriebenen Lage der Kueche zu erzaehlen und hoffe dadurch viele Spenden fuer einen schnellen Erfolg fuer die neue Kueche zu erlangen. Bitte scheut euch nicht vor Fragen, ich moechte euch offen und ehrlich immer fuer Fragen zur Verfuegung stehen. Hier noch einige Bilder der jetzigen beschriebenen Lage.

Ja das wars dann euch wieder. Ich hoffe ich konnte alles gut rueberbringen. Bitte teolt diesen Eintrag mit sovielen Leuten wie moeglich. Bis ganz bald und danke fuers durchlesen eure Lotta!

Urlaub geniessen......

11Jan2015

In der Weihnachtszeit hatten wir Freiwilligen dann das erste Mal Urlaub. Viele der Waisenkinder, die noch Eltern haben sind ueber die Ferien zu ihnen gereist. Jetzt wuerde man denken, schoen dann koennen die Kinder mit ihren Eltern ein bisschen Urlaub machen doch weit verfehlt. Die Kinder fahren in den Ferien nach Hause um ihren Eltern beim arbeiten zu helfen. Die Familien der Waisenheimkinder sind arm, weshalb sie ihre Kinder nicht selber versorgen koennen. Sie haben meist einfache Jobs, wie Feldarbeit oder Wasser verkaufen. Wasser verkaufen bedeutet, den ganzen Tag mit einer grossen Schale mit Wasserpaeckchen gefuellt auf dem Kopf durch die Hitze zu laufen um wenigstens ein paar Percuaires zu verdienen. Ein Wasserpaeckchen kostet 10 Percuaires, der Verkaeufer erhaelt pro verkauftes Wasserpaeckchen ca. gerade einmal 3 Percuaires. Im Waisenheim waren dann nur noch 10 Kinder anwesend um die sich Mary und Marylin abwechselnd mit Madame Erica gekuemmert haben. Ich moechte euch von zwei besonders schoenen Ausfluegen in Koforidua erzaehlen. Ich besuchte die *Boti Falls*. Diese liegen ca. 17Kilometer von der Innenstadt Koforiduas entfernt. Die Wasserfaelle werden von Einheimischen und Touristen gleichermassen gerne besucht. Der Eintrittspreis fuer einen Ghanaer liegt bei 5 Cedi, fuer einen Touristen bei 15 Cedi. Nachdem ich den Eintritt bezahlt hatte und durch das Eingangstor hindurch ging wurde ich von einer wunderscvhoenen Natur erwartet. Ueberall grosse Baeume und alles erstrahlte in gruen. Dann ging es 70 breite Stufen abwaerts, ringsherum der *Dschungel*. Baeume an denen sich Lianen runterschlaengelten und Palmen. Von den Stufen aus konnte man schon ein paar Blicke auf den Felsvorsprung an dem die beiden Wasserfaelle herunterfallen und sich zu einem grossen Wasserbecken vereinen erhaschen. Die Einheimischen unterteilen die beiden Wasserfaelle in Mann und Frau. In der Regenzeit, wenn die Wasserfaelle ganz stark den Felsvorsprung hgerunterprassen treffen die Wasserfaelle aufeinander. Das Wasserspiel wird durch einen Regenbogen geziert. Die Einheimischen nennen dies *Paarungszeremonie*. Ja ich war zwar in der Trockenzeit dort, wodurch ich dieses Wasserspektakel nicht zu sehen bekam allerdings habe ich trotzdem tolle Bilder machen koennen, ich moechte euch nun ein paar zeigen.

Danach erwartete uns der *Umbrella Rock*. Dies ist ein gewaltiger Felsbrocken der aussieht wie ein Regenschirm. Die Wanderung dorthin dauerte 45 Minuten und zuweilen musste man auch schonmal richtig klettern. Nach dem wandern war ich wirklich geschafft, denn in der Hitze ist jede Bewegung nochmal anstrengender. Doch der Ausblick, der sich mir oben auf dem Umbrella Rock bot war wunderschoen. Hier ein paar Bilder fuer euch!

 

Der naechste Ausflugsort war Bunsu. Dort gab es einen tollen Park mit Haengebruecken in der Luft und tollen Riesenbaeumen mitten im Dschungel. Es gab vieles zu entdecken, ich denke Bilder sagen mehr als Worte hiermit ist die Diashow eroeffnet......

Das wars dann auch schon wieder. Fuer mich heisst es zurueck in den Alltag und ran an die Arbeit. Bis bald !